Unsere Historie

Ende der Neunziger Jahre...

Ende der neunziger Jahre entbrannte im damaligen Düsseldorfer Kommunalwahlkampf eine Diskussion um den Öffentlichen Raum. Speziell die Rechte der Menschen, die auf den Straßen der Altstadt ihren Lebensmittelpunkt einnehmen, dort aber weder Miete zahlen noch Einkaufsangebote wahrnehmen oder sich innerhalb der Gastronomie verköstigen, standen im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen. Der Wahlkampf trieb die Verschärfung der Düsseldorfer Straßenordnung voran, deren § 6 nun u.a. das sogenannte aggressive Betteln, Lagern und störenden Alkoholkonsum regeln und begrenzen soll. Etwa zur selben Zeit gründete sich eine neue Abteilung des Ordnungsamtes, der Ordnungs–und Servicedienst (OSD)  mit rund 20 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (Stand 2013 über 150). Eine Aufgabe des OSD liegt darin die Einhaltung der Düsseldorfer Straßenordnung zu sichern und eine Vermittlung in soziale Hilfsangebote möglichst vor Ergreifung ordnungsbehördlicher Maßnahmen zu unterstützen.

Initiativkreis Armut

Die materielle Armut wohnungsloser oder von Wohnungslosigkeit bedrohter Menschen wurde zunächst wenig strukturell diskutiert. Vielmehr erwuchsen Tendenzen die von Armut Betroffenen aus den konsumorientierten Zentren auszuschließen und damit die Auswirkungen von Armut quasi unsichtbar zu machen. Dieser Reduzierung wohnungsloser und auch suchtkranker Menschen auf ein ästhetisches und sicherheitspolitisches Problem stellten sich Düsseldorfer Fachleute entgegen und formulierten die sogenannte Ökumenische Erklärung und gründeten überdies den Initiativkreis Armut.

2000 - Dringender Handlungsbedarf

Eine weitere konkrete Befriedung der Situation vor Ort tat Not. Pater Wolfgang Sieffert, der gemeinsam mit seinen Ordensbrüdern im Dominikanerkloster der Altstadt lebt und wirkt, traf auf den Sozialarbeiter Thomas Wagner, der bereits im Bahnhofsviertel eine Notschlafstelle für Mädchen und junge Frauen mit begründet hatte.

Beide Fachleute kannten den Wert von Mediationsarbeit und entwickelten ein entsprechendes Konzept für das Altstadt–Viertel. Kern der aXept! Idee liegt darin, durch alltägliche Präsenz für alle Akteure und Akteurinnen des Viertels ansprechbar zu sein und zwischen ihren einander scheinbar oder tatsächlich widersprechenden Interessen zu vermitteln. In dieser Präsenz liegt natürlich auch die Chance als Chronistin der Altstadtentwicklungen weiterer effektiver Hilfeplanung zu dienen. Das Konzept überzeugte fachlich in Politik und Verwaltung. Die Stadt Düsseldorf erklärte sich dankenswerterweise bereit die Sachkosten und zunächst eine Personalstelle zu finanzieren. So konnte ab Mai 2000 in der Trägerschaft der Altstadt–Armenküche e.V. ein kleines Büro zwischen Burgplatz und Andreaskirche in der Kurze Straße angemietet werden. Thomas Wagner machte sich in der Altstadtszene bekannt und pflegte alte und knüpfte neue Vernetzungen im Hilfesystem.

2000 - aXept! wächst mit seinen Aufgaben

Ein Vierteljahr später, im August 2000 fand Christa C. Diederichs als damalige Streetworkerin des Straßenmagazins fiftyfifty in den Räumlichkeiten von aXept! einen zentralen Platz, um dort Verkaufsausweise ausstellen zu können und der Verkäuferschaft eine Anlaufstelle zu bieten für Angelegenheiten, die sich nicht abschließend auf der Straße klären lassen.

Der aXept! Streetworker und die damalige fiftyfifty–Streetworkerin begannen eine gemeinsame Offene Sprechstunde anzubieten.  Mit weiteren Kooperationen wurde das gemeinsame Streetwork ausgebaut. Schon im darauf folgenden Jahr wurde aXept! um eine (Teilzeit–) Stelle erweitert und nach einem weiteren Jahr wechselte C.C. Diederichs zu aXept! Die erfolgreiche Zusammenarbeit wurde auch mit dem Nachfolger des fiftyfifty Streetwork–Angebotes noch sieben Jahre engagiert fortgesetzt.

In den Jahren 2009 und 2010 folgten weitreichende Veränderungen

Die einst brisante Lage in der Altstadt war deutlich gemildert worden; die unterschiedlichen Parteien fühlten sich zusehends ermutigt aufeinander zuzugehen. Das Zusammenleben der unterschiedlichen Parteien hatte an Reibung verloren. Andere Stadtteile hingegen wiesen nach wie vor zeitweilig einen erhöhten Bedarf an aufsuchenden Hilfen auf. Um diesen veränderten Bedingungen effektiv gerecht zu werden, entschied Politik und Verwaltung  aXept! ab Herbst 2009 im Umfang einer Stelle in die Kooperationen des Streetwork–Verbundes nach § 4 i.V.m. §§ 67ff SGB XII einzugliedern. Thomas Wagner und Christa C. Diederichs bieten seit diesem Zeitpunkt gemeinsam mit den Kollegen und Kolleginnen von Caritas, Diakonie und der Ordensgemeinschaft der Armen Brüder auch stadtweites Streetwork an.

Neben dieser Neuerung wuchsen gleichzeitig die Aufgaben von fiftyfifty streetwork:  fiftyfifty Underdog, bei und von aXept initiiert, war nun sozusagen aus den Kinderschuhen heraus gewachsen und east/west stand vor seinem Startschuss. Eigene geeignete Räumlichkeiten waren dringend gefragt und konnten erfreulicherweise im Sommer 2010 in Oberbilk, ganz in der Nähe des Oberbilker Marktes, bezogen werden. aXept! und fiftyfifty Streetwork blicken damit auf zehn Jahre intensiver Kooperation zurück, in denen Projekte angestoßen und in Praktika künftige Kollegen und Kolleginnen ausgebildet wurden, die das Hilfesystem bereichern!

2012 - eine einschneidende Veränderung

Das Jahr 2012 hielt die bis dato letzte einschneidende Veränderung bereit:
Nachdem die Räume in der Kurze Straße vom neuen Pächter selber privat benötigt wurden, fanden sich – nach einer durchaus aufregenden Zeit der Suche und des Bangens – sehr schöne und helle neue Räume in der traditionsreichen Mertensgasse, für die wir dankbar sind und in denen wir uns alle sehr wohl fühlen und den kommenden Aufgaben gerne entgegen sehen!